"Aus Fehlern sollte man lernen"

Geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Ober-Ramstadt und der Gemeinde Mühltal,

viele von Ihnen haben inzwischen unser erstes Informationsblatt erhalten und sind vermutlich genau so überrascht wie wir es vor einigen Wochen waren, als wir von einem weit fortgeschrittenen Planungs­prozess der Gemeinde Ober-Ramstadt erfuhren:

 

der Errichtung von drei jeweils über 200 m hohen Windrädern (ca. 50 m höher als die Windkraftanlage Rossdorf!), - direkt auf unserem beliebten Naherholungsgebiet Silberberg!

 

In der Fachsprache bezeichnet man Windräder auch als WindKraftAnlagen (WKA) oder WindEnergieAnlagen (WEA), - mehrere am gleichen Standort werden beschönigend "Windpark" genannt.

 

Zerstörung des Landschaftsbildes

 

Wie der geplante "Windpark Silberberg" unser zum "UNESCO GEO-Naturpark Bergstraße-Odenwald" gehörendes Naherholgungsgebiet verschandeln würde, sehen Sie in der Visualisierung auf unserem Infoblatt und im Titel unserer Webseite. Die Standorte und Dimensionen entsprechen den realen Verhältnissen.  Das liebliche Landschaftsbild unseres vorderen Odenwaldes, - bisher Ober-Ramstadts "größtes Pfund" (oder nennen Sie es Standortvorteil), - wird nachhaltig durch alles überragende Industrietürme zerstört, da sie nahezu an jedem Ort in Ober-Ramstadt sichtbar das Landschaftsbild dominieren würden! Das ist nicht nur unschön, sondern hat selbstverständlich auch Konsequenzen für den Wert Ihrer Wohnimmobilie!

 

Zerstörung von Natur und Artenvielfalt

 

Damit einher geht ein massiver Eingriff in die Natur: die notwendige Rodung und Betonierung großer Waldflächen für die Zuwegung und Errichtung der Monster-Türme beeinträchtigt aufs Empfindlichste den Lebensraum der dort lebenden Tierarten. Der Betrieb von Windrädern in unmittelbarer Nachbarschaft des Lebensraums geschützter Tierarten wie unserem streng geschützten Rotmilan und dem Rüttelfalken sowie der im Wald lebenden, ebenfalls unter Artenschutz stehenden Fledermauskolonien ist absolut unverantwortlich und zeugt von tiefer Missachtung und keinem Respekt gegenüber der Schöpfung und gegenüber allen Regeln des Naturschutzes!

 

Gefährdung unserer Gesundheit und Lebensqualität

 

Nicht zuletzt geht es aber auch um die Gefährung unser aller Gesundheit und Lebensqualität, die durch die Nähe der Windräder zur Bebauung und die spezifischen Eigenheiten des Ober-Ramstädter Trichters zu befürchten ist (näheres dazu in Kürze unter "Fakten").

 

"Aber wir müssen doch alle unseren Beitrag zum Atomausstieg / zur CO2-Reduzierung leisten..."

 

Viele von Ihnen haben sich bisher vermutlich diese Frage gestellt, wenn sie kritische Berichte über die zunehmende "Verspargelung" unserer Landschaften in Presse und TV gesehen haben. "Windkraft strahlt nicht" und "Wind weht kostenlos", - scheinbar schlagende Argumente der Politik, denen der größte Teil von uns Bürgern bisher nichts entgegenzusetzen hatte.

 

Aber was ist daran wahr, - und was ist politisch gewolltes Wunschdenken, - manipulativ eingesetzt von Politikern, die 99% des Tages mit Lobbyisten sprechen und nur 1% mit den Bürgern, die sie wählen (sollen)? Welche sind die eigentlichen Probleme der Windkraft, die als Teil der sogenannten "Erneuerbaren Energien" die Politikziele der deutschen (!) "Energiewende" bis 2050 bestimmen soll?

 

Die heute zu stellenden (und längst beantworteten) Fragen sind:

  1. Kann Windkraft tatsächlich ein Hauptpfeiler der Energiewende in Deutschland sein?
  2. Steht sie uns überhaupt in nennenswerter/ausreichender Menge zur Verfügung?
  3. Welche technischen Voraussetzungen sind eigentlich für eine sinnvolle Nutzung der Windkraft erforderlich?
  4. Können wir mit Windkraft  tatsächlich die CO2-Ziele der "Energiewende" erreichen?
  5. Kann Windkraft den "Atomausstieg" kompensieren?

Die hier aufgeführten Fragen wurden in den letzten Jahren von breiten Kreisen der Volks- und Energiewirtschaft umfassend diskutiert und kompetent von führenden Volks- und Energiewirtschaftlern beantwortet. Es handelt sich hier aber um keine politischen Antworten, sondern um eine reine Erhebung von Zahlen und Fakten! Diese belegen nachdrücklich, dass der aktuelle Windkraftwahn nicht zielführend ist und keine der aufgeworfenen Fragen positiv beantwortet, - im Gegenteil!

 

Die Naturwissenschaften haben sich zwischenzeitlich auch zu Wort gemeldet und belegen klipp und klar, dass die politischen Ziele der "Energiewende" schlicht und ergreifend Unsinn sind, da sie die theoretischen Grundlagen der beteiligten Disziplinen Physik und Chemie schlicht ignorieren!

 

Diese Tatsachen sind vermutlich auch dem einen oder anderen Politiker bekannt, - sie werden aber derzeit unter der Decke gehalten, da die seit Jahren "angefütterte" Lobby der unausgegorenen Energiewendepolitik seit dem abrupten Ausstieg aus der Kernenergie nicht so leicht abzuweisen ist! Wirtschaftsminister Gabriel hatte bereits vor 2 Jahren richtig erkannt, dass dem weiteren ungezügelten Ausbau der Windenergie rasch Grenzen gesetzt werden müssen, - er wurde aber von der Windkraftlobby zurückgepfiffen. Wir haben es hier immerhin mit Siemens, dem größten Hersteller von Windrädern und der plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellten Atomindustrie samt ihrer zehntausenden von Arbeitsplätzen zu tun!

 

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle den wohl kompetentesten Forschungsbericht zur Problematik der Energiewende nahelegen. Er wurde bereits in den Jahren ab 2010 vom ifo-Institut erstellt (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, München, - bekannt auch für die regelmäßige Veröffentlichung des "ifo-Geschäftsklimaindex") - Die Ergebnisse wurden auch in dem Bestseller-Buch ihres Präsidenten Prof. Dr. Hans Werner Sinn (bis Frühjahr 2016) unter dem Titel "Energiewende ins Nichts" veröffentlicht.

 

Antworten der führenden Vertreter aus Wissenschaft und Technik

 

Als Quelle für Ihre objektive Meinungsbildung möchten wir Ihnen den hochinteressanten, spannenden Abschlussvortrag von Prof. Sinn  unter dem gleichen Titel empfehlen - auf Youtube oder auf unserer Website verfügbar unter PRESSE+MEDIEN (Dauer 1:36).

 

Den mehr technisch Interessierten bzw. versierten empfehlen wir den Vortrag von Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, den er zum ersten Mal vor der Regionalversammlung Nordhessen am 13.03.2013 gehalten hat, der aber von den Grundlagen her heute genau so gültig ist.  Den hervorragend aufbereiteten Folienvortrag können Sie ebenfalls unter PRESSE+MEDIEN anschauen (Dauer 28:04). Alternativ dazu steht der i.ws. ähnliche, aber live gefilmte Vortrag von Dr. Ahlborn vom 21.11.2015 zur Verfügung (Dauer 44:43).

 

Und denjenigen unter Ihnen, die sich über die naturwissenschaftlichen (physikalisch-chemischen) Grundlagen der Energiewende informieren möchten, sei der Festvortrag zum Thema "Energiewende - Wunsch und Wirklichkeit" empfohlen, den Prof. Dr. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin hielt. Der Vortrag ist ebenfalls unter PRESSE+MEDIEN auf unserer Website verfügbar (Dauer 1:36:22).

 

 Schieflagen der politischen "Energiewende"

 

Wir alle haben uns daran gewöhnt, dass der Strom für uns Verbraucher jedes Jahr teurer wird, obwohl ständig mehr "kostenlose" Windenergie gewonnen wird, - und obwohl die Strompreise an der Strombörse seit Jahren nur noch fallen! Wie passt das zusammen?

 

Genau hier liegt der Knackpunkt! Uns Bürgern werden von den Politikern der Großen Koalition und leider auch von einem großen Teil den Grünen wesentliche Zahlen und Schieflagen der aktuellen "Energiewende" verschwiegen, die unter Fachleuten seit Jahren bekannt sind (siehe voriger Abschnitt).

 

Dafür wird uns bisher lediglich die beispiellose Verspargelung der Landschaften mit XXL-Windrädern als Fortschritt verkauft, - an der nur die Windindustrie (großenteils identisch mit der bundesdeutschen Atomindustrie - wie Siemens, EnBW, RWE usw.) sicher verdient, die wir mit dem jährlich steigenden "Öko-Zuschlag" auf den Strompreis (z.Zt. 6,35 Cent/kWh - ab 1.1.17 Erhöhung um 8,4% auf 6,88 Cent/kWh) indirekt und oft direkt subventionieren! Wer hätte das gedacht?

 

Konsequenzen für die reale Energiewirtschaft

 

Es ist leider so wie immer: Wir haben es in diesem Feld der Politik in Wirklichkeit mit einem hochkomplexen technischen Thema zu tun, nämlich der Sicherstellung der Energieversorgung des Industriestandorts Deutschland zu jedem Zeitpunkt!

Glauben Sie tatsächlich, dass die Industrie sich auf unsichere Energieerzeuger wie Windräder verlassen kann? Abschalten bei Flaute? Nein, natürlich nicht!

 

Auch wenn uns Bürgern vor allem die Grün-Schwarze Politik in Hessen unserem "grünen Gewissen" schmeicheln möchte, wenn sie gebetsmühlenartik betont, dass "Windkraft billig und sauber" ist, sind wir jetzt schon ganz nahe an der realen Problematik: Was machen wir eigentlich mit einer Stromproduktion, die in Mengen bei starkem Wind anfällt, aber bei Flaute genauso schnell völlig zum Erliegen kommt?

 

Da wir nicht über Speichertechniken im ausreichenden Maße verfügen, und sich dies mangels geeigneter Technologien auf sehr (!) lange Sicht auch nicht ändern kann, muß die Energiewirtschaft also jederzeit den Strombedarf mit konventionellen Krafwerken (Atom (Ausland!), Kohle, Gas) erzeugen können, da Windflauten fast 100% der WKA-Stromerzeugung zum Erliegen bringen können. Dies ist inzwischen aufgrund der realen Daten aus 16 Jahren EEG nachgewiesen und der Effekt steigt soagar mit zunehmendem Ausbau der Windenergie! Daneben steht lediglich ein kleiner einstelliger Prozentbetrag aus anderweitiger regenerativer Energiegewinnung (Biomasse, Wasserkraft usw.) zur Verfügung! Dies erklärt die hier bereits angesprochenen Probleme:

  1. Jede zusätzlich im Lande aufgestellte WKA muss durch Zubau bzw. Erweiterung konventioneller Kraftwerke (vorzugsweise Kohle, vereinzelt auch Gas) "gebackupt" werden.
  2. Wenn "der Wind stark weht" müssen konventionelle Kraftwerke abgeregelt werden und arbeiten dann im sog. Teillastbereich extrem ineffizient und CO2-ineffektiv!
  3. Subventionierter "Überschuss-Strom" aus WKA muss ans Ausland zu Dumpingpreisen verkauft werden (oft verschenkt oder vereinzelt sogar zu negativen Beträgen!).
  4. Zu Spitzenlastzeiten ohne ausreichend Wind muss aus dem Ausland konventionell erzeugte Energie (vorwiegend Atomstrom aus Frankreich!)  zu extrem hohen Preisen zugekauft werden, um die hochsubventionierte, aber gerade nicht zur Verfügung stehende Windkraft zu ersetzen

Ökonomischer Wahnsinn? - Wir meinen ja!

 

Diese Probleme sind der Energiewirtschaft und der Politik seit einigen Jahren geläufig, aber sie haben bisher nicht zu einem sichtbaren Umsteuern geführt! Die Frage nach dem "Warum" ist schnell beantwortet, - und damit sind wir wieder bei unserer eigenen Situation, in Ober-Ramstadt.

 

Lokalpolitik: Ober-Ramstadt ist überall

 

Leider liegt, - wie in vielen, inzwischen durch Presse und Medien berichteten Fällen, - auch bei uns in Ober-Ramstadt die immer gleiche Konstellation vor:

  • Parteiendisziplin oder Fraktionszwang unter Stadtverordneten, Ausschussmitgliedern und Magistrat, die schwerer wiegen als Bürgernähe und Problembewusstsein, - die Wahlen sind ja erstmal vorbei, - und in fünf Jahren denkt keiner mehr daran.
  • Haushaltstechnisch orientiertes Denken des Bürgermeisters (erhoffte "sichere" Einnahmequelle) ersetzt postulierte "Bürgernähe" und Heimatverbundenheit. Dabei wird schon einmal übersehen, die Bürger aktiv zu informieren (Plakatierung, Wurfsendung an alle Haushalte usw.), geschweige denn, frühzeitig und umfassend an einer Meinungsbildung zu beteiligen. Dabei heißt es unter §8a.1 HGO ganz eindeutig: "Zur Unterrichtung der Bürger über wichtige Angelegenheiten der Gemeinde soll mindestens einmal im Jahr eine Bürgerversammlung abgehalten werden."
  • Persönliche Vorteilsnahmen auf Kosten der Allgemeinheit bei gut informierten Amtsträgern, die als private Investoren auftreten. Inhaber von "Ehren"ämtern (z.B. Stadträte) haben neben einer Vorbildfunktion aus unserer Sicht die Pflicht, schon den Verdacht des Eigennutzes aus ihrem Amtsvorteil gar nicht erst aufkommen zu lassen (Stichwort: Befangenheit)!

 

Bürgerinitiative Gegenwind Ober-Ramstadt: Wir lassen uns das nicht gefallen!

 

Liebe Bürger aus Ober-Ramstadt, Mühltal und allen betroffenen Nachbargemeinden, es ist noch nicht zu spät! Der Genehmigungsantrag zur Errichtung der 3 WKA liegt zwar bereits beim RP Darmstadt, wurde aber angesichts über 40 weiterer vorliegender Anträge noch nicht geprüft. Wir haben daher noch ein paar Wochen Zeit, unsere Eingaben vorzubereiten und vorzulegen.

 

Wir müssen uns dabei allerding eng an den Verwaltungsvorschriften orientieren, da die "demokratische Zeit" des Ausweises von "Windvorrangflächen" dank der verschwiegenen Planung unserer Lokalpolitiker an uns Bürgern vorbei gegangen ist!

 

Das bedeutet, dass wir unsere Eingaben hauptsächlich auf die "einspruchsrelevanten" Bereiche des Artenschutzes konzentrieren müssen. Dies ist bei uns vor allem der unter strengem Schutz stehende Rote Milan, den viele Ober-Ramstädter Bürger, die an Ortsrandlagen in der Nähe von Feldflächen wohnen, kennen und beobachtet haben, wenn er auf Beutejagd ist oder den Jungvögeln Flugmanöver beibringt. Jede Beobachtung, jedes "Beweisfoto", jeder Hinweis ist wichtig, - je präziser und detaillierter, desto besser! Wir haben zwar bereits Horst-Standorte und Jagdgebiete kartiert, benötigen aber noch mehr Informationen!

 

Das gleiche gilt für den Rüttelfalken und andere Raubvogelarten, die bei uns (noch) ihre Kreise ziehen.

 

Im Waldgebiet Silberberg, in der Nähe des Waldkindergartens, gibt es Fledermauskolonien. Diese stehen teilweise ebenfalls unter Artenschutz. Hierzu benötigen wir ebenfalls weitere Hinweise, Materialien, Beweise, - alles ist wichtig!

 

Ein weiteres wichtiges Problemfeld ist die Messung und Bewertung der Schallimmissionen im Umfeld von WKA, die aber nur auf gutachterliche Weise, - und schlimmer noch: im Nachhinein, - einigermassen korrekt ermittelt werden können. Das Thema wurde bisher aufgrund völlig unzureichender Mess- und Prognoseverfahren (Stichwort: "TA Lärm" von 1968), die z.B. in keiner Weise auf den nachweislich mit hohen Schalldruckpegeln erzeugten Infraschall von WKA eingehen, von der Politik und der Fachöffentlichkeit totgeschwiegen bzw. verharmlost. (Lesen Sie dazu unseren Artikel unter Fakten "Silberberg" ->Gesundheitsgefährdung->Schallimmissionen)

 

Um unseren Handlungsspielraum zu erweitern, sind wir daher letztlich auch auf Spenden aus Ihrem Kreise angewiesen.  Wir werden in den nächsten Wochen auf Sie zukommen und bitten Sie schon jetzt um Werbung für unsere Sache in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis und um jede Form der Unterstützung!

 

Wir sind dies uns und unseren Kindern schuldig!

 

Für den Erhalt einer l(i)ebenswerten Umwelt für alle Bürger in Ober-Ramstadt und Mühltal!

Gegen den Windkraftwahnsinn unter dem Deckmantel der Energiewende!